Familienforscher informierten über die jüdische Familie „Prag“ aus Ankum

Vor Mitgliedern des Arbeitskreises Familienforschung hielt Elisabeth Irani am 23. Februar 2013 im Heimathaus einen Vortrag mit Bildern und Dokumenten über den „Juden Prag- eine Ankumer Familiengeschichte“. Obwohl es 4 Generationen waren, die in Ankum gelebt hatten, hießen sie stets „der Jude Prag“, angefangen von Friedrich Prag, der 1796 mit hannoverschen Truppen nach Ankum kam und sich als erster Jude im Altkreis Bersenbrück ansiedeln durfte. Nach Bendix und Viktor Prag endete die Familiengeschichte mit Paul Prag, der 1969 in Peru starb. In Ankum hatten die Prags in jeder Generation ein gut gehendes Geschäft mit Textilien, Kohlen, Viehhandel und Schlachterei und waren angesehene Geschäftsleute. Viktor Prag verzog jedoch vor dem 1. Weltkrieg in die große jüdische Gemeinde nach Jever. Besonders eingegangen wurde auf das Leben von Sophie Prag, die als eines der ersten Mädchen überhaupt 1915 Abitur machen durfte und Ärztin wurde. Sie konnte nach Peru flüchten, aber viele Abkömmlinge der Ankumer Familie Prag starben in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten.

Grabstein von Sophie Prag auf dem jüdischen Friedhof in Lima, Peru.

Am Ende der Hauptstraße das Haus der Familie Prag, heute Gaststätte Kassandra.